Lehrgang Exportkontrolle & Export Compliance
Start:
27.
April 2026
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Tipp
Management - Unternehmenspraxis

Lehrgang Exportkontrolle & Export Compliance

  • Start: 27. - 29. April 2026 | Wien
Ihr Karriere-Booster: Der Weg zum Export-Profi
Smarte Disposition mit SAP
05.
Mai bis 06. Mai 2026
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Tipp
Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Smarte Disposition mit SAP

  • 05. Mai - 06. Mai 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Dipl.-Ing. Marcus Pottendorfer
Intelligente, automatisierte Disposition & Produktionsplanung mit SAP: Saubere Dispoparameter. Stabile Prozesse. KI-basierter Produktionsleitstand.
Erfolgreich in der Einkaufsleitung
07.
Mai bis 08. Mai 2026
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Tipp
Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Erfolgreich in der Einkaufsleitung

  • 07. Mai 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr, 08. Mai 2026 | 09:00 - 16:00 Uhr | Wien
    Dipl.-BW Waldemar Matlok
Mit den richtigen Methoden den eigenen Führungsstil entwickeln, ein eingeschworenes Team bilden und den Einkauf zu anerkannten Spitzenleistungen führen.
ÖPWZ-Akademie für Einkauf & Supply Management
Start:
21.
September 2026
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Tipp
Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

ÖPWZ-Akademie für Einkauf & Supply Management

  • Start: 21. September 2026 - 22. Jänner 2027 | Wien
Österreichs Qualifizierungsprogramm für Nachwuchskräfte und Young Professionals in Einkauf, Beschaffung, Sourcing und Supply Management.
Start:
22.
April 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Verhandlungstraining Einkauf

  • Start: 22. April - 23. April 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
Einkaufsverhandlungen konsequent zum Erfolg führen
29.
April 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Bestandsoptimierung und Versorgungssicherheit – kein Widerspruch

  • 29. April 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | online
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen Simon
Bestände analysieren, Schwachstellen erkennen und beheben
11.
Mai bis 12. Mai 2026
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Neu im Programm
Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Technische Güter clever einkaufen

  • 11. Mai - 12. Mai 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen Simon
Ihre Werkzeuge für den professionellen Technik-Einkauf!
20.
Mai 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Projekteinkauf

  • 20. Mai 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Dipl.-Ing. Jochen Ditterich
Optimieren Sie Ihren Projekteinkauf
28.
Mai 2026
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Künstliche Intelligenz – KI – Artificial Intelligence

Next Level Prompting

  • 28. Mai 2026 | 09:00 - 13:00 Uhr | online
    Mag. Lothar Lackner
Effizienzsteigerung durch präzise Kommunikation mit generativer KI
08.
Juni bis 12. Juni 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

ÖPWZ-Akademie für Einkauf & Supply Management
Aufbaukurs

  • 08. Juni - 12. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Mag.a Dr.in Karin Graser-Döll, Mag. Paulus Krumpel, Philipp Reiplinger, Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Harald Reißenbüchel, Josef Wagner
Kompetenzen für die Zielgerade
15.
Juni bis 16. Juni 2026
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Neu im Programm
Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Verhandlungserfolge von Anfang an

  • 15. Juni - 16. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Josef Wagner
Gesprächs- und Verhandlungstechnik für Newcomer und Quereinsteiger:innen im Einkauf
18.
Juni 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Dienstleistungen und indirektes Material optimal einkaufen

  • 18. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | online
    Philipp Reiplinger
Strategien, Prozesse, Werkzeuge und Abwicklung
22.
Juni bis 23. Juni 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Stark in der Preisverhandlung bei Abhängigkeiten

  • 22. Juni - 23. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Dipl.- BW Matthias Grossmann
Strategisch und in der Verhandlung Monopolsituationen knacken
24.
Juni bis 25. Juni 2026
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Einkauf - Supply Management - Vertragsrecht - Logistik

Den operativen Einkauf meistern

  • 24. Juni - 25. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | Wien
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen Simon
Tipps und Tools für das Tagesgeschäft – Klar und unmissverständlich!
30.
Juni 2026
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Kommunikation - Arbeitstechnik - Persönlichkeit

KI in der Verhandlung

  • 30. Juni 2026 | 09:00 - 17:00 Uhr | online
    Dipl.-Ing. Jörg Köck
Messbar bessere Ergebnisse mit Verhandlungsintelligenz

Im Einkauf liegt der Gewinn. Erfahren Sie von versierten Praktikerinnen und Praktikern, welche Methoden und Werkzeuge Sie in Beschaffung und Supply Management unterstützen. Wir bieten für jeden Wissensstand passende Seminare und Lehrgänge in allen für den Einkauf relevanten Themenfeldern an. Holen Sie sich Ihr Update bei Themen wie Preisverhandlung, Vertragsgesprächen, Dienstleistungseinkauf, Materialgruppenmanagement, Gewährleistungs- und Schadenersatzrecht, Vergaberecht, modernen Einkaufstools, MS Excel, Data Management & Business Intelligence, e-Procurement, Kostenrechnung und Risikomanagement.
Und das passende Know-how für Disposition und digitale Disposition und Spezialwissen für die sicheren Exportgeschäfte Ihres Unternehmens.
Sie haben die Wahl!

Einkauf & Supply Management - Das sollten Sie wissen!

Das versteht man unter Einkauf & Supply Management

Einkauf & Supply Management beschreibt die ganzheitliche Planung, Steuerung und Kontrolle aller Beschaffungs- und Lieferantenaktivitäten eines Unternehmens. Ziel ist es, Waren, Dienstleistungen und Ressourcen in der richtigen Qualität, Menge und zum optimalen Zeitpunkt zu wirtschaftlich bestmöglichen Konditionen bereitzustellen. Während sich das Einkaufsmanagement traditionell auf operative und strategische Beschaffungsprozesse konzentriert, erweitert das Supply Management diese Perspektive auf die gesamte vorgelagerte Wertschöpfungskette. 

Modernes Einkaufsmanagement geht weit über die reine Bestellabwicklung hinaus. Es beinhaltet strategische Aufgaben wie die Entwicklung einer Einkaufsstrategie, die sich an den Unternehmenszielen orientiert, sowie die systematische Lieferantensuche, -auswahl, -bewertung und -entwicklung. Kriterien wie Preis, Qualität, Zuverlässigkeit, Innovationsfähigkeit und Nachhaltigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Ergänzt wird dies durch Beschaffungsmarktforschung, Preis- und Vertragsverhandlungen, Einkaufscontrolling sowie ein aktives Risikomanagement zur Absicherung gegen Lieferausfälle und Marktschwankungen. 

Supply Management bezeichnet die übergeordnete Steuerung aller Ressourcen und Lieferanten, die für den operativen Betrieb eines Unternehmens notwendig sind. Dazu zählen neben dem Einkauf auch Logistikkoordination, Bestandsmanagement, Kostenkontrolle, Risikomanagement sowie die Analyse von Angebots- und Nachfragestrukturen. Ziel ist es, eine stabile, effiziente und transparente Versorgung sicherzustellen und relevante Daten für strategische Entscheidungen bereitzustellen.

Die Ziele von Einkauf & Supply Management stehen in einem engen Zusammenhang und müssen ausgewogen verfolgt werden. Dazu gehören die Sicherstellung der Versorgungssicherheit, die Optimierung von Beschaffungs- und Gesamtkosten, die Einhaltung definierter Qualitätsstandards sowie die Minimierung von Risiken innerhalb der Lieferkette. Zunehmend gewinnen auch Nachhaltigkeit, Compliance und resiliente Lieferantenbeziehungen an Bedeutung. Ein professionell aufgestelltes Einkaufs- und Supply Management stärkt damit unmittelbar die Wettbewerbsfähigkeit, den Cashflow und die langfristige Stabilität eines Unternehmens.

Da ein erheblicher Teil der Unternehmensausgaben auf eingekaufte Waren und Dienstleistungen entfällt, haben Einkauf und Supply Management einen direkten Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg. Strategisch ausgerichtete Beschaffungsprozesse verbessern die Kostenstruktur, erhöhen die Flexibilität gegenüber Marktentwicklungen und fördern partnerschaftliche Lieferantenbeziehungen. Deshalb gelten Einkauf & Supply Management heute als zentrale Schlüsselfunktionen moderner Unternehmen.

Ein professionell aufgestelltes Einkaufsmanagement ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor für KMU und Großbetriebe. Der moderne Einkauf geht weit über die reine Bestellabwicklung hinaus und ist eine strategische Schlüsselfunktion. Er leistet einen messbaren Beitrag zur Kostenoptimierung, zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit sowie zur langfristigen Steigerung der unternehmerischen Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor bleibt die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter:innen im Einkauf. Moderne Einkaufsprozesse erfordern fundierte Kompetenzen in Markt- und Kostenanalysen, strategischer Verhandlungsführung, Vertragsrecht sowie im Risiko- und Lieferantenmanagement. Praxisnahe Schulungen, Weiterbildungsprogramme und der gezielte Einsatz digitaler Tools befähigen Einkaufsteams, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und Einspar- sowie Optimierungspotenziale nachhaltig zu realisieren. Ein bewährtes Tool zur Qualifizierung von Neueinsteiger:innen im Einkauf bieten dabei die Kurse der ÖPWZ Akademie für Einkauf & Supply Management.

Die Professionalisierung des Einkaufsmanagements ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Unternehmen, die ihre Einkaufsstrukturen, Prozesse und Kompetenzen gezielt weiterentwickeln, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig und positionieren den Einkauf als strategischen Werttreiber innerhalb der Organisation.

Erfolgreiche Einkäufer:innen sind auch maßgebliche Gestalter:innen der Wertschöpfung und tragen damit zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bei. Im Zentrum steht ein tiefes Marktverständnis: Sie kennen Lieferantenmärkte, Trends, Risiken und Chancen und treffen Entscheidungen auf Basis fundierter Analysen und Daten.

Ein weiteres Merkmal ist ihre ausgeprägte Kommunikations- und Verhandlungskompetenz. Erfolgreiche Einkäufer:innen bauen partnerschaftliche, langfristige Beziehungen zu Lieferanten auf, verhandeln souverän und erzielen nachhaltige Ergebnisse, die Qualität, Kosten und Versorgungssicherheit gleichermaßen berücksichtigen. Dabei handeln sie stets professionell, transparent und ethisch verantwortungsvoll.

Strategisches Denken und unternehmerisches Verständnis zeichnen sie ebenfalls aus. Sie denken in Total-Cost-of-Ownership ("TCO", Betrachtung der Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder Vermögensgegenstands), bewerten Risiken ganzheitlich und richten Einkaufsstrategien konsequent an den Unternehmenszielen aus. Gleichzeitig sind sie in der Lage, auch die sichere, operative Abwicklung sicherzustellen und Prozesse effizient, strukturiert und digital unterstützt zu gestalten.

Erfolgreiche Einkäufer:innen sind zudem veränderungsbereit und lernfähig. Sie nutzen digitale Tools, treiben Innovationen voran und integrieren Nachhaltigkeit sowie Compliance fest in ihre Entscheidungen. Resilienz, Entscheidungsstärke und die Fähigkeit, auch unter Druck souverän zu handeln, runden ihr Profil ab.

Zusammengefasst: Erfolgreiche Einkäufer:innen verbinden Fachkompetenz mit strategischem Weitblick, kommunikativer Stärke und einem klaren Werteverständnis – und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zum langfristigen Unternehmenserfolg.

 

Aufgaben im Einkauf & Einkaufsorganisation

Der Einkauf gliedert sich in strategische und operative Aufgabenbereiche, die eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen.

Der strategische Einkauf ist für die langfristige Ausrichtung der Beschaffung verantwortlich. Dazu zählen die Entwicklung und Umsetzung von Einkaufsstrategien, das Lieferantenmanagement sowie die Auswahl, Bewertung und Weiterentwicklung von Lieferanten. Strategische Einkäufer:innen führen Markt- und Kostenanalysen durch, verhandeln Verträge und definieren Konditionen, um Versorgungssicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu gewährleisten. Darüber hinaus identifizieren sie Einsparpotenziale, steuern Risiken in der Lieferkette und arbeiten an der Optimierung von Prozessen und Strukturen. Auch Themen wie Nachhaltigkeit, Compliance und Innovation spielen im strategischen Einkauf eine zentrale Rolle.

Der operative Einkauf sorgt für die reibungslose Umsetzung der strategischen Vorgaben im Tagesgeschäft. Operativ tätige Einkäufer:innen bearbeiten konkrete Bedarfsanforderungen, lösen Bestellungen aus, überwachen Liefertermine und stellen die termingerechte Waren- und Dienstleistungsversorgung sicher. Sie sind zentrale Ansprechpartner:innen für interne Fachabteilungen und Lieferanten bei Fragen zu Bestellungen, Lieferstatus oder Abweichungen. Zudem kümmern sie sich um die Rechnungsprüfung, das Reklamationsmanagement und die Pflege von Stamm- und Bewegungsdaten in den Einkaufssystemen.

Während der strategische Einkauf den Rahmen und die langfristigen Ziele definiert, stellt der operative Einkauf die effiziente und zuverlässige Umsetzung sicher. Nur durch das Zusammenspiel beider Bereiche kann eine wirtschaftliche, transparente und leistungsfähige Beschaffung gewährleistet werden.

Ein professionelles Lieferantenmanagement im Einkauf ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen jeder Größe. Es beschreibt die gezielte Auswahl, Integration, Bewertung, Betreuung und Entwicklung von Lieferanten, um eine zuverlässige Versorgung mit Waren und Dienstleistungen sicherzustellen. Ein gut organisiertes Lieferantenmanagement sorgt dafür, dass Produkte in der richtigen Qualität, Menge und zum richtigen Zeitpunkt geliefert werden. So können Lieferprobleme, Produktionsausfälle und unnötige Zusatzkosten vermieden werden. 

Darüber hinaus trägt ein effektives Lieferantenmanagement wesentlich zur Kostenoptimierung, Qualitätssicherung und Risikominimierung bei. Durch regelmäßige Lieferantenbewertungen, klare Anforderungen und eine enge Zusammenarbeit lassen sich bessere Preise, effizientere Prozesse und eine höhere Produktqualität erreichen. Risiken wie Lieferengpässe, Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten oder Probleme bei Nachhaltigkeit und gesetzlichen Vorgaben können frühzeitig erkannt und reduziert werden. In Zeiten globaler Lieferketten und wirtschaftlicher Unsicherheiten ist ein strukturiertes Lieferantenmanagement und die ständige Marktbeobachtung eine wesentliche Aufgabe des Einkaufs. Lieferanten aktiv zu entwickeln und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, fördern Innovationen, erhöhen die Flexibilität und sind Bestandteil eines aktiven Risikomanagements.

Der Beschaffungsmarkt ist der Markt, der der eigenen Produktions- oder Handelsstufe vorgelagert ist. Hier beschaffen Unternehmen Rohstoffe, Vorprodukte oder Dienstleistungen, die sie für ihre Leistungserstellung benötigen – im Gegensatz zum Absatzmarkt, auf dem Produkte verkauft werden.

Beschaffungsmarktforschung: Der Einkauf sammelt und analysiert systematisch Informationen über seine aktuellen, aber auch potenzielle Beschaffungsmärkte. Damit können relevante Entwicklungen erkannt und mehr Marktransparenz erreicht werden.

Zentrale Informationsquellen sind Markt- und Branchenanalysen, Lieferanten- und Entwicklungsgespräche, Fachmessen, Online-Plattformen und Lieferantendatenbanken, Fachverbände sowie interne Einkaufsdaten und Erfahrungswerte. Sie bilden die Basis für fundierte Einkaufsentscheidungen.

Global Sourcing beschreibt den weltweiten Einkauf von Gütern und Leistungen. Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten, steigender Transportkosten, gesetzlicher Lieferkettenanforderungen und des Fachkräftemangels überdenken viele Unternehmen ihre Einkaufsstrategien. Nearshoring, Reshoring, eine größere Lieferantenvielfalt und der Aufbau regionaler Netzwerke helfen, Risiken zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

 

Materialgruppenmanagement (MGM), auch Commodity Management genannt,  ist ein Instrument der modernen Einkaufsorganisation: Materialien und Dienstleistungen werden beschaffungsmarktorientiert in Materialgruppen strukturiert. Darauf aufbauend entwickeln interdisziplinäre Teams Beschaffungs- und Lieferantenstrategien je Gruppe, um Kosten zu senken und den Ergebnisbeitrag des Einkaufs zu erhöhen. 

Ohne klare Gruppen fehlt Transparenz über Volumen, Spezifikationen und Lieferanten. MGM schafft eine belastbare Basis für den strategischen Einkauf, weil Bedarfe gebündelt, Märkte analysiert und Verantwortlichkeiten (z. B. Materialgruppenmanager/Commodity Manager) festgelegt werden. Das stärkt Verhandlungspositionen und reduziert Risiken wie Abhängigkeiten oder Lieferengpässe. 

Typische Effekte eines gut umgesetzten Materialgruppenmanagements sind niedrigere Einkaufspreise, geringere Prozesskosten, ein optimiertes Lieferanten- und Artikelportfolio sowie bessere Lieferantenleistung.

Preis- und Konditionenmanagement im Einkauf bezeichnet die systematische Steuerung, Analyse und Verhandlung von Preisen sowie Zahlungs- und Lieferbedingungen mit Lieferanten. Ziel ist es, dauerhaft die besten wirtschaftlichen Konditionen für das Unternehmen zu sichern und gleichzeitig stabile, partnerschaftliche Lieferantenbeziehungen aufzubauen. Bereits kleine Preisverbesserungen oder optimierte Konditionen können erhebliche finanzielle Effekte erzielen. Ein professionelles Preismanagement im Einkauf sorgt für Transparenz, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Preisen und Vertragsbedingungen und bildet die Grundlage für fundierte Einkaufsentscheidungen.

Ein strukturiertes Konditionenmanagement im Einkauf verbessert die Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten, reduziert Maverick Buying (Einkaufsaktivitäten im Unternehmen am Einkauf vorbei) und stellt sicher, dass vereinbarte Preise und Konditionen auch tatsächlich eingehalten werden. Gleichzeitig erhöht es die Planungs- und Kostensicherheit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, da optimierte Einkaufspreise entweder höhere Margen oder attraktivere Verkaufspreise ermöglichen. 

Gerade in Zeiten steigender Rohstoffpreise, volatiler Märkte und zunehmenden Kostendrucks ist ein aktives Preis- und Konditionenmanagement ein entscheidender Erfolgsfaktor. Digitale Tools und datenbasierte Analysen unterstützen dabei, Preisentwicklungen transparent darzustellen, Einsparpotenziale zu identifizieren und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Preis- und Konditionenmanagement im Einkauf ist somit ein kontinuierlicher strategischer Prozess zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenserfolgs.

Die alte Kaufmannsregel „Der Gewinn liegt im Einkauf“ ist weiterhin aktuell und zutreffend. Denn jeder Cent, der im Einkauf nicht ausgegeben wird, muss im Verkauf nicht verdient werden. Einsparungen im Einkauf haben eine 1:1-Wirkung auf das Ergebnis.

 

Unter Produktionseinkauf, auch direkter Einkauf genannt, versteht man den strategischen Einkauf aller Rohstoffe, Komponenten, Materialien und produktionsrelevanten Leistungen, die unmittelbar in die Herstellung eines Produkts einfließen. Diese Beschaffungen sind zentral für die Fertigung und beeinflussen direkt Produktqualität, Produktionskosten und Lieferfähigkeit. Beispiele sind Stahl, Kunststoffe, elektronische Bauteile oder Verpackungsmaterialien – alles, was Teil des Endprodukts ist oder für dessen Produktion gebraucht wird.  Im Unterschied zum indirekten Einkauf (z. B. Bürobedarf, IT-Services oder Reinigungsleistungen), der den betrieblichen Support sicherstellt, ist der direkte Einkauf eng mit der Produktionsplanung und der strategischen Lieferantenentwicklung verknüpft. 

Ein gut organisierter Produktionseinkauf sorgt für eine stabile Versorgungskette, Kostenoptimierung, engere Lieferantenbeziehungen und trägt entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bei. Er erfordert vorausschauende Planung, Qualitätskontrollen und oft langfristige Verträge mit Lieferanten, um Unterbrechungen und Risiken in der Produktion zu minimieren.

Der indirekte Einkauf umfasst alle Waren und Dienstleistungen, die ein Unternehmen benötigt, um reibungslos zu funktionieren, die jedoch nicht direkt in die Herstellung von Produkten einfließen. Dazu zählen z. B.  der Einkauf von Dienstleistungen wie IT-Services, Weiterbildung, Beratungsleistungen, Marketing- und Agenturleistungen, Facility Management, Logistik, Personal- und Zeitarbeitsleistungen, Energieversorgung oder Versicherungen.

Im Gegensatz zum direkten Einkauf, der sich auf Rohstoffe und Produktionsmaterialien konzentriert, unterstützt der indirekte Einkauf die internen Prozesse, Infrastruktur und Effizienz eines Unternehmens. Gerade der Einkauf von Dienstleistungen ist komplex, da Leistungen häufig immateriell, individuell und schwer vergleichbar sind. Neben dem Preis spielen daher Qualität, Leistungsumfang, Vertragsgestaltung, Service Level Agreements (SLAs) und Lieferantenmanagement eine zentrale Rolle.

Ein professionell aufgestellter indirekter Einkauf sorgt für Kostentransparenz, optimierte Prozesse und eine strategische Steuerung externer Dienstleister. Durch klare Anforderungen, strukturierte Ausschreibungen und kontinuierliches Controlling lassen sich Kosten senken, Risiken minimieren und die Servicequalität steigern. Unternehmen, die ihren indirekten Einkauf strategisch managen, erzielen langfristig Wettbewerbsvorteile, reduzieren Maverick Buying und erhöhen ihre operative Leistungsfähigkeit.

 

Der Projekteinkauf bezeichnet die gezielte Beschaffung von Materialien, Dienstleistungen und Ressourcen für ein zeitlich begrenztes Projekt. Im Gegensatz zum operativen Einkauf ist der Projekteinkauf stark projektbezogen, strategisch ausgerichtet und eng mit Projektmanagement, Technik und Controlling verzahnt.

Zu den zentralen Aufgaben im Projekteinkauf gehören Lieferantenauswahl, Angebotsvergleiche, Vertragsverhandlungen, Kostenkontrolle sowie das Risikomanagement. Ziel ist es, Qualität, Termine und Budget sicherzustellen.

Projekteinkauf ist besonders relevant bei komplexen Vorhaben wie Bauprojekten, Anlagenbau, IT-Projekten oder Produktentwicklungen.

Ein strukturierter Projekteinkauf senkt Kosten, minimiert Risiken, erhöht die Planungssicherheit und trägt wesentlich zum Projekterfolg bei.

Nachhaltiger Einkauf (auch nachhaltige Beschaffung  oder Sustainable Procurement) bedeutet, dass Organisationen bei Kaufentscheidungen nicht nur Preis, Qualität und Lieferzeit, sondern auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) berücksichtigen – idealerweise über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung. Dazu zählen z. B. Klimawirkung (CO₂), Energie- und Ressourcenverbrauch, Recyclingfähigkeit, aber auch Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Transparenz und Compliance in der Lieferkette.

Social Procurement ist ein Teil innerhalb der nachhaltigen Beschaffung: Hier wird die Kaufkraft gezielt genutzt, um messbaren gesellschaftlichen Mehrwert zu erzeugen. Beispiele sind Ausschreibungen mit Sozialkriterien, die Chancengleichheit, faire Arbeit, Inklusion oder Beschäftigungsmöglichkeiten für benachteiligte Gruppen fördern.

Ursprünglich vor allem im öffentlichen Sektor etabliert, gewinnt Social Procurement auch für private Unternehmen an Bedeutung – insbesondere, wenn CSR, Stakeholder-Erwartungen oder regulatorische Vorgaben soziale Kriterien in Beschaffungsprozessen verlangen.

Nachhaltiger Einkauf reduziert Risiken (z. B. Lieferketten-, Reputations- und Compliance-Risiken) und unterstützt Klimaziele. Unternehmen, die bewusst soziale Verantwortung in den Einkauf holen, senken Ausfall- und Reputationsrisiken, stabilisieren Lieferketten, werden in Ausschreibungen attraktiver und stärken Marge, Finanzierungund Arbeitgeberwirkung. 

 

Einkaufsreporting bedeutet, dass der Einkauf seine Zahlen, Fakten und Ergebnisse verständlich aufbereitet und darstellt. Ziel ist es, sichtbar zu machen, was im Einkauf tatsächlich passiert. Dazu gehören zum Beispiel Ausgaben, Preise, Einsparungen, Lieferantenleistungen, Vertragsvolumen oder die Zuverlässigkeit von Lieferanten. Das Einkaufsreporting beantwortet vor allem die Frage: Was hat der Einkauf erreicht? Solche Berichte werden regelmäßig erstellt, etwa monatlich oder quartalsweise, und helfen dem Management und anderen Bereichen, die Einkaufsleistungen einzuordnen.

Einkaufscontrolling geht einen Schritt weiter als das Reporting. Es nutzt die vorhandenen Zahlen, um den Einkauf aktiv zu steuern und weiterzuentwickeln. Dabei geht es um Ziele, Budgets, Abweichungen und konkrete Maßnahmen.
Einkaufscontrolling beantwortet Fragen wie: Warum sind Kosten gestiegen oder gesunken? Wo müssen wir eingreifen? Und wie können wir uns in Zukunft verbessern? So wird aus reinen Zahlen echte Steuerung.

Der Unterschied liegt vor allem im Zweck. Einkaufsreporting schaut zurück und schafft Transparenz. Es zeigt, was passiert ist. Einkaufscontrolling blickt nach vorne. Es bewertet die Zahlen, erklärt Zusammenhänge und sorgt dafür, dass der Einkauf gezielt handeln kann.
Einfach gesagt: Reporting macht sichtbar – Controlling macht wirksam.

Einkaufsreporting und Einkaufscontrolling geben dem Einkauf die Möglichkeit, seine Leistungen klar und nachvollziehbar zu zeigen. Einsparungen, alternative Beschaffungsmärkte, stabilere Lieferketten oder einfachere Prozesse werden messbar und verständlich dargestellt.
So kann der Einkauf seine Erfolge aktiv kommunizieren und zeigen, welchen Beitrag er zum Unternehmenserfolg leistet – statt dass diese Leistungen im Hintergrund bleiben.

 

Wie greifen die Bereiche ineinander? Materialdisposition, Fertigungsdisposition und Bestandskontrolle bilden gemeinsam das Rückgrat einer effizienten Produktions- und Beschaffungsplanung. Während die Dispositionen den Bedarf und die Termine definieren, sorgt der Einkauf für die externe Umsetzung. Eine enge Abstimmung zwischen allen Bereichen ist entscheidend für Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und eine reibungslose Produktion.

Eine gezielte Ausbildung zur professionellen Disposition bietet der ÖPWZ-Lehrgang „Disposition“ mit Diplom.

 

Typische Schnittstellen zum Einkauf

Die Materialdisposition stellt sicher, dass alle benötigten Materialien zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und am richtigen Ort verfügbar sind. Sie umfasst die Planung, Steuerung und Überwachung von Rohstoffen, Kaufteilen und Hilfsstoffen. Ziel ist es, Produktionsunterbrechungen zu vermeiden und gleichzeitig Lagerbestände möglichst gering zu halten. Typische Aufgaben der Materialdisposition sind die Bedarfsermittlung, die Terminierung von Bestellungen, die Überwachung von Lieferterminen sowie die Abstimmung mit Lieferanten.

Schnittstelle zum Einkauf:
Die Materialdisposition liefert dem Einkauf konkrete Bedarfsinformationen wie Mengen, Termine und Prioritäten. Der Einkauf setzt diese Anforderungen operativ um, indem er Bestellungen auslöst, Preise verhandelt und Lieferanten auswählt.

Die Fertigungsdisposition befasst sich mit der Planung und Steuerung der internen Produktion. Sie sorgt dafür, dass Fertigungsaufträge zeitlich und mengenmäßig optimal eingeplant werden und die verfügbaren Kapazitäten effizient genutzt sind. Dazu gehören unter anderem die Reihenfolgeplanung von Aufträgen, die Abstimmung mit der Arbeitsvorbereitung sowie das Reagieren auf Störungen oder Terminverschiebungen.

Schnittstelle zum Einkauf:
Die Fertigungsdisposition ist auf eine zuverlässige Materialverfügbarkeit angewiesen. Änderungen im Produktionsplan wirken sich direkt auf den Materialbedarf aus und müssen daher eng mit Materialdisposition und Einkauf abgestimmt werden, um Eilbestellungen oder Produktionsstillstände zu vermeiden.

Die Bestandskontrolle überwacht und analysiert Lagerbestände und Lagerbewegungen. Sie stellt Transparenz über aktuelle Bestände her und hilft, Überbestände, Fehlmengen und veraltete Materialien zu vermeiden. Zu den Aufgaben zählen Bestandsbewertungen, Inventuren, Kennzahlenanalysen sowie die Definition von Mindest- und Maximalbeständen.

Schnittstelle zum Einkauf:
Auf Basis der Bestandsdaten entscheidet der Einkauf, wann und in welcher Menge nachbestellt wird. Eine enge Zusammenarbeit mit der Bestandskontrolle ermöglicht wirtschaftliche Bestellmengen, stabile Lieferketten und eine optimale Kapitalbindung.

Die Einkaufsverhandlung

In der Verhandlung werden strategische Weichen mit direktem Einfluss auf Kosten, Erträge und Wettbewerbsfähigkeit getroffen. Professionelle Einkaufsverhandlungen entscheiden nicht nur über Preise, sondern auch über Vertragsbedingungen, Lieferfähigkeit, Qualität und Risiken in der Lieferkette. Im Gegensatz zu operativen Tätigkeiten erfordert professionelles Verhandeln im Einkauf ausgeprägte fachliche, analytische und kommunikative Kompetenzen. Bereits kleine Verbesserungen der Verhandlungsergebnisse können zu erheblichen und nachhaltigen Kosteneinsparungen führen.

Ziel jeder Verhandlung sollte sein, optimale wirtschaftliche und strategische Ergebnisse für das Unternehmen zu erreichen. Neben der Preisverhandlung stehen Aspekte wie Total Cost of Ownership (TCO), Versorgungssicherheit, Qualität, Flexibilität, Innovationsfähigkeit sowie tragfähige Lieferantenbeziehungen im Fokus. Strategische Einkäufer:innen  nutzen Verhandlungen gezielt, um Mehrwerte zu schaffen und Risiken zu minimieren – nicht nur kurzfristige Einsparungen.

Unternehmen, die gezielt in Verhandlungstrainings für den Einkauf beim ÖPWZ investieren, steigern ihre Verhandlungserfolge messbar. Professionelles Verhandeln im Einkauf führt zu besseren Konditionen, stabileren Lieferantenbeziehungen und einer höheren Wertschöpfung. 

Professionelles Verhandeln im Einkauf beginnt mit einer strukturierten Vorbereitung. Dazu gehören Marktanalysen, Lieferantenbewertungen, klare Zieldefinitionen sowie die Festlegung von Minimal-, Ziel- und Optimalpositionen. Erfolgreiche Einkäufer:innen kennen ihre Verhandlungsstrategie, ihre Alternativen (BATNA = „Best Alternative to a Negotiated Agreement“, sozusagen Plan B) und idealerweise die Interessen der Gegenseite. Während der Einkaufsverhandlung sind eine klare Argumentation, aktives Zuhören, souveräner Umgang mit Einwänden und konsequente Zielverfolgung entscheidend.

Professionelle Einkäufer:innen beherrschen unterschiedliche Verhandlungstechniken, um ihre Ziele effizient zu erreichen. Das bewusste Anwenden geeigneter Verhandlungstechniken (wie z. B. Fragetechnik, Ankertechnik, taktisches Schweigen) erhöhen die Abschlussqualität und stärkt die eigene Verhandlungsposition.

Einkaufsverhandlungen sind immer auch ein psychologischer Prozess. Erfolgreiche Verhandler:innen verstehen die Motive, Interessen und Verhaltensmuster ihrer Gesprächspartner. Eine klare, wertschätzende und sachliche Kommunikation schafft Vertrauen und fördert nachhaltige Verhandlungsergebnisse. Gleichzeitig hilft psychologisches Know-how, Manipulationsversuche zu erkennen und souverän darauf zu reagieren.

 

Recht im Einkauf

Der Einkauf ist eine rechtlich sensible Funktion im Unternehmen. Einkäufer:innen schließen Verträge ab, verhandeln Preise, Lieferbedingungen und Haftungsfragen. Im Einkauf kommen sowohl Kaufverträge über Waren als auch Werkverträge über Dienstleistungen oder individuelle Leistungen zum Einsatz. Praktische Rechtskenntnisse im Vertragsrecht, im Schadenersatzrecht sowie im Kauf- und Werkvertragsrecht helfen dabei, Risiken zu minimieren und die Interessen des Unternehmens nachhaltig zu schützen. Für internationale Verträge ist ein Wissen über das UN-Kaufrecht von Bedeutung.

Typische Risiken entstehen durch unklare Verträge, für den Einkauf unvorteilhafte AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen bzw. Einkaufsbedingungen), fehlende Haftungsregelungen oder falsch geregelte Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche. 

Immer wieder kommt es zu Abweichungen zwischen den AGB des Lieferanten und den Allgemeinen Einkaufsbedingungen, dem sogenannten „battle of forms“. Um hier erfolgreich hervorzugehen ist es wichtig, die rechtlichen Grundlagen sowie die praktische Anwendung bei widersprüchlichen Vertragsbedingungen zu kennen und zu wissen, welche Bedingungen gelten, wenn Einkaufs- und Verkaufsbedingungen auseinanderdriften.

Rechtlich geschulte Einkäufer:innen handeln sicherer, verhandeln stärker und treffen fundierte Entscheidungen. Juristisches Grundwissen ist damit ein entscheidender Bestandteil moderner Einkaufskompetenz.

Incoterms® (International Commercial Terms) sind international standardisierte Handelsklauseln, die von der International Chamber of Commerce (ICC) entwickelt und herausgegeben werden. Sie dienen dazu, klar und einheitlich die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer im Warenhandel festzulegen – sowohl im nationalen als auch im internationalen Geschäft

Die Regeln wurden erstmals 1936 veröffentlicht und werden seither regelmäßig überarbeitet. 

Das regeln die Incoterms® konkret:
Risikotransfer – An welchem Punkt geht die Verantwortung für Verlust oder Beschädigung der Ware vom Verkäufer auf den Käufer über? 
Kostenverteilung – Wer übernimmt Transport-, Lade- und Versicherungs- sowie Zollkosten? 
Pflichten der Parteien – Wer organisiert Transport, Versicherung, Zollabfertigung und Dokumente? 

Da Incoterms® international anerkannt sind und von Gerichten, Handelskammern und Vertragspartnern weltweit bestätigt werden, reduzieren sie Missverständnisse, vereinfachen Vertragsverhandlungen und minimieren das Risiko kostspieliger Rechtsstreitigkeiten.

Das Vergaberecht regelt, wie öffentliche Auftraggeber in Österreich Liefer-, Bau- und Dienstleistungen einkaufen. Sein Ziel ist es, einen fairen Wettbewerb, Transparenz, Gleichbehandlung aller Bieter sowie einen wirtschaftlichen Einsatz öffentlicher Mittel sicherzustellen. Durch klare Regeln sollen Korruption verhindert und die besten Angebote für die öffentliche Hand ausgewählt werden.

Das österreichische Vergaberecht ist im Bundesvergabegesetz (BVergG) verankert und legt fest, welche Vergabeverfahren (z. B. offene oder nicht offene Verfahren) zulässig sind, ab welchen Schwellenwerten Ausschreibungen verpflichtend sind, wie Ausschreibungen bekannt zu machen sind, welche Eignungs- und Zuschlagskriterien angewendet werden dürfen, welche Rechte und Rechtsschutzmöglichkeiten Unternehmen haben.

Vergaberechtspflichtig sind vor allem Öffentliche Auftraggeber wie Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände, öffentliche Unternehmen (z. B. ausgegliederte Gesellschaften), Sektorenauftraggeber in Bereichen wie Energie, Wasser, Verkehr und Post, teilweise auch privatrechtlich organisierte Unternehmen, wenn sie überwiegend öffentlich finanziert oder kontrolliert werden.

Für Unternehmen ist das Vergaberecht zentral, da es den Zugang zu öffentlichen Aufträgen regelt. Wer die Spielregeln kennt, kann seine Chancen bei Ausschreibungen erhöhen, Risiken vermeiden und rechtzeitig gegen fehlerhafte Vergaben vorgehen. 

Das UN-Kaufrecht - das Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf – ist ein einheitliches internationales Vertragsrecht für den grenzüberschreitenden Warenhandel zwischen Unternehmen. Es gilt in über 95 Staaten, darunter Deutschland, Österreich und der Schweiz, und findet automatisch Anwendung, wenn Käufer und Verkäufer ihren Sitz in Vertragsstaaten haben, sofern es nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. 

Für Einkäufer:innen im internationalen Einkauf hat das UN-Kaufrecht eine besondere praktische Bedeutung. Es bestimmt maßgeblich, welche Rechte bei Lieferverzug, mangelhafter Ware oder Vertragsbruch bestehen und welche Pflichten – etwa zur Mängelrüge – einzuhalten sind. Einkäufer:innen profitieren von klaren, international anerkannten Regeln, die die Verhandlungsposition gegenüber ausländischen Lieferanten stärken und Rechtssicherheit schaffen. 

E-Procurement, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Einkauf

Die Digitalisierung im Einkauf beschreibt den Einsatz moderner digitaler Technologien, um Einkaufsprozesse effizienter, transparenter und strategischer zu gestalten. Statt manueller Abläufe kommen digitale Einkaufssysteme, automatisierte Workflows und datenbasierte Entscheidungen zum Einsatz. Ziel ist es, Kosten zu senken, Prozesse zu beschleunigen und die Qualität der Beschaffung nachhaltig zu verbessern.

Kernbestandteile der digitalen Beschaffung sind e-Procurement-Systeme, elektronische Kataloge, automatisierte Genehmigungsprozesse sowie digitale Lieferantenplattformen. Diese Lösungen ermöglichen eine durchgängige Prozessabwicklung – von der Bedarfsmeldung über die Bestellung bis zur Rechnungsprüfung. Gleichzeitig sorgen sie für mehr Transparenz über Ausgaben, Lieferantenleistungen und Risiken im Einkauf.

Die Weiterentwicklung der Digitalisierung im Einkauf geht heute weit über die reine Prozessautomatisierung hinaus. Moderne Einkaufsabteilungen nutzen Big Data, Künstliche Intelligenz und Analytics, um Bedarfe präziser zu prognostizieren, Lieferanten strategisch zu bewerten und Einsparpotenziale frühzeitig zu erkennen. Cloud-basierte Einkaufslösungen ermöglichen zudem eine flexible Zusammenarbeit über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Integration von Nachhaltigkeit und Compliance in digitale Einkaufsprozesse. Digitale Tools helfen dabei, ökologische und soziale Kriterien bei der Lieferantenauswahl zu berücksichtigen und gesetzliche Anforderungen zuverlässig zu erfüllen. So wird der Einkauf zum aktiven Treiber für verantwortungsvolles Wirtschaften.

 

e-Procurement (elektronische Beschaffung) bezeichnet die digitale Abwicklung von Einkaufs- und Beschaffungsprozessen über internetbasierte Systeme. Ziel ist es, Waren und Dienstleistungen effizient, transparent und kostensparend zu beschaffen – von der Bedarfsmeldung über die Bestellung bis hin zur Rechnungsstellung und Auswertung.

Ein e-Procurement-System bündelt alle Schritte des Einkaufs in einer zentralen Plattform. Mitarbeitende können benötigte Produkte aus digitalen Katalogen auswählen, Bestellungen auslösen und Genehmigungen einholen. Lieferanten werden direkt angebunden, Preise sind aktuell, und alle Daten werden automatisch dokumentiert. Medienbrüche und manuelle Prozesse entfallen.

e-Procurement sorgt für mehr Effizienz im Einkauf. Unternehmen profitieren von kürzeren Durchlaufzeiten, geringeren Prozesskosten und höherer Transparenz. Durch standardisierte Abläufe und automatisierte Workflows werden Fehler reduziert und Compliance-Vorgaben leichter eingehalten. Zudem ermöglichen Auswertungen und Reports eine bessere Kontrolle der Ausgaben. Dieses Thema ist Teil der ÖPWZ-Ausbildung Akademie für Einkauf & Supply Management.

e-Procurement eignet sich für Unternehmen jeder Größe sowie für öffentliche Einrichtungen. Besonders Organisationen mit hohem Beschaffungsvolumen oder vielen Lieferanten profitieren von der Digitalisierung ihrer Einkaufsprozesse. 

Im Unterschied zu klassischen IT-Systemen lernt Künstliche Intelligenz kontinuierlich aus neuen Daten und verbessert so ihre Ergebnisse. Wichtig dabei: KI ersetzt Einkäufer:innen nicht, sondern unterstützt sie gezielt im Arbeitsalltag.

Der Mehrwert von KI im Einkauf ist klar messbar: Manuelle Tätigkeiten und zeitaufwändige Auswertungen nehmen ab, während die Qualität der Entscheidungen steigt. Einkaufsabteilungen gewinnen dadurch wertvolle Zeit für strategische Aufgaben.

  • Bedarfsprognosen und Planung
    KI erstellt präzisere Bedarfsprognosen, indem sie historische Verbrauchsdaten mit Markt- und Saisoneffekten kombiniert
  • Lieferantenmanagement
    KI analysiert kontinuierlich Leistungs-, Risiko- und Nachhaltigkeitsdaten von Lieferanten und ermöglicht Einkäufer:innen eine objektive, vorausschauende Steuerung der Lieferantenbasis.
  • Automatisierung operativer Prozesse
    KI automatisiert wiederkehrende Aufgaben wie Bestellabwicklung, Abgleiche und Prüfungen und entlastet den Einkauf spürbar von administrativem Aufwand.
  • Spend-Analyse und Kostenkontrolle
    KI sorgt für transparente Ausgabenanalysen, erkennt Einsparpotenziale und hilft, Einkaufsvolumina gezielt zu bündeln und zu steuern.
  • Preisanalysen und Verhandlungsunterstützung
    KI wertet Preisentwicklungen, Marktindizes und externe Einflussfaktoren aus und liefert Daten für Verhandlungsentscheidungen.
  • Risikomanagement in der Lieferkette
    KI erkennt Lieferkettenrisiken frühzeitig durch die Analyse interner und externer Datenquellen.
  • Vertragsmanagement
    KI analysiert Verträge automatisch, macht Fristen, Risiken und Abweichungen transparent und reduziert rechtliche und finanzielle Risiken im Einkauf.

Für eine erfolgreiche Einführung von KI im Einkauf ist die Vorbereitung und die Einbindung der Mitarbeitenden wichtig, Schulungen, (ÖPWZ Seminar „Chat GPT & CoPilot im Einkauf“) klare Ziele und transparente Kommunikation fördern die Akzeptanz. Besonders bewährt hat sich ein schrittweiser Einstieg mit klar definierten Use Cases.