Führen in unsicheren Zeiten
Ihr Nutzen
Gerade in unsicheren Zeiten, die geprägt sind von wirtschaftlichen Turbulenzen, hohem Leistungsdruck und einer komplexen und volatilen Welt, sind auch erfahrene Führungskräfte gefordert und unter Druck: Wie meistere ich mit meinem Team die Anforderungen und finde Raum für neue Lösungen und Innovationen? Wie stärke ich meine Rolle als Entscheider:in und bewahre Stabilität und Ruhe im Team?
In diesem praxisorientierten Seminar lernen Sie, wie Sie in Zeiten der Unsicherheit entscheidungsfähig bleiben, wirksam führen und ein stabiles Umfeld schaffen, das gerade in schwierigen Phasen von Ihren Mitarbeiter:innen dringend benötigt wird. Sie erhalten praxiserprobte Modelle und üben den Umgang mit Ambiguität und Mehrdeutigkeit. Sie erfahren, wie Sie Lernräume schaffen und durch Experimente Orientierung und Fortschritt ermöglichen.
Termine
Führen in unsicheren Zeiten
Seminarinhalt
Unsicherheit als Führungsrealität
- Rahmenmodelle für komplexe Umwelten
- Chaos & Ordnung
- Umgang mit Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität
Komplexität verstehen
- Kompliziert vs. komplex
- Cynefin Framework: Situationen erkennen & passende Handlungen wählen
- Komplexitätsbewältigung
Complexity Leadership
- Orientierung und Rahmen geben
- Werte, Prinzipien und Sinn als Kompass
- Klarheit schaffen und Richtung geben
Entscheiden unter Unsicherheit
- Heuristiken und Entscheidungen
- Umgang mit Risiko und Unvollständigkeit von Informationen
- Intuition vs. rationales Kalkül
- Critical Uncertainty Matrix: Risiken identifizieren – Strategien entwickeln
Experimente & Lernen
- Iteratives Arbeiten: Probe – Sense - Respond
- Experiment als Führungsinstrument
- Eco-Cycle: Balance von Stabilität und Erneuerung
- Lernräume gestalten
Selbststeuerung
- Selbstorganisation: Prinzip komplexer Systeme
- Kollektive Intelligenz
- Vertrauen, Transparenz und Feedback als Grundlage
Die Rolle der Führungskraft
- Spannungsfeld: Kontrolle und Loslassen
- Rahmenbedingungen gestalten
- Individuelle Selbststeuerung: Priorisierung und Resilienz
Wichtig für
- Führungskräfte aller Ebenen, die in komplexen und dynamischen Umfeldern agieren
- Organisationsentwickler:innen, die Führungskräfte in Veränderungsprozessen begleiten
Begrenzte Teilnehmer:innenanzahl
Wir empfehlen Ihnen eine rasche Anmeldung.
Ihre Referent:innen
Orientierung geben und sicher entscheiden in komplexen Zeiten
Unsicherheit, Volatilität und Komplexität sind für Führungskräfte längst keine vorübergehenden Ausnahmesituationen mehr. Wirtschaftliche Turbulenzen, hoher Leistungsdruck, widersprüchliche Anforderungen und unvollständige Informationen prägen Entscheidungen und Zusammenarbeit. Bewährte Vorgehensweisen führen dabei nicht immer verlässlich zum Ziel. Leadership in einer volatilen und komplexen Welt verlangt deshalb die Fähigkeit, Situationen differenziert einzuordnen, angemessene Rahmenbedingungen zu gestalten und auch dann Orientierung zu geben, wenn noch keine eindeutige Lösung erkennbar ist.
Das praxisorientierte und strategisch ausgerichtete Seminar beschäftigt sich mit den Konsequenzen für die Führungsarbeit und die Rolle der Führungskraft. Es richtet den Blick darauf, wie Sie in einem dynamischen Umfeld entscheidungsfähig bleiben, mit Mehrdeutigkeit umgehen und Ihrem Team gerade in schwierigen Phasen Stabilität vermitteln können.
Komplexe Situationen richtig einordnen
Nicht jede schwierige Aufgabe ist komplex. Während komplizierte Fragestellungen durch Analyse, Fachwissen und bewährte Verfahren gelöst werden können, entwickeln sich komplexe Situationen durch zahlreiche Wechselwirkungen und lassen sich nur begrenzt vorhersagen. Diese Unterscheidung ist für die Führungsarbeit wesentlich: Sie beeinflusst, wie Entscheidungen vorbereitet werden, welche Form der Steuerung sinnvoll ist und wie viel Planungssicherheit überhaupt möglich ist.
Rahmenmodelle für komplexe Umwelten unterstützen Sie dabei, unterschiedliche Situationen klarer zu erkennen und passende Handlungsweisen zu wählen. Das Cynefin Framework dient dazu, geordnete, komplizierte, komplexe und chaotische Kontexte voneinander abzugrenzen. Dadurch wird sichtbar, wann vorhandene Expertise weiterhilft und wann Beobachten, Erproben und schrittweises Lernen zielführender sind.
Orientierung und Sicherheit schaffen
Mitarbeiter:innen benötigen in schwierigen Phasen Stabilität. Das bedeutet jedoch nicht, dass Führungskräfte auf jede Frage sofort eine Antwort geben oder Sicherheit versprechen müssen, die tatsächlich nicht vorhanden ist. Orientierung entsteht vielmehr durch nachvollziehbare Rahmenbedingungen, klare Kommunikation und einen verlässlichen Umgang mit offenen Fragen.
Werte, Prinzipien und ein gemeinsamer Sinn können dabei als Kompass dienen. Sie geben Richtung, wenn konkrete Lösungen erst entwickelt werden müssen. Die Führungskraft gestaltet den Rahmen, klärt Prioritäten und schafft Transparenz darüber, was bereits feststeht, welche Annahmen überprüft werden und wo Handlungsspielraum besteht. So kann Klarheit entstehen, ohne Komplexität künstlich zu vereinfachen.
Risiken einschätzen und trotz Unsicherheit entscheiden
Entscheidungen unter Unsicherheit gehören zu den anspruchsvollsten Führungsaufgaben. Häufig fehlen wichtige Informationen, mögliche Entwicklungen lassen sich nur schwer bewerten und mehrere Optionen erscheinen gleichzeitig plausibel. Dennoch müssen Führungskräfte handlungsfähig bleiben und Verantwortung übernehmen.
Im Seminar setzen Sie sich damit auseinander, wie Risiken eingeschätzt und kritische Unsicherheiten identifiziert werden können. Die Critical Uncertainty Matrix unterstützt dabei, wesentliche Einflussfaktoren zu strukturieren und mögliche Strategien zu entwickeln. Auch das Verhältnis zwischen Intuition und rationalem Kalkül wird beleuchtet. Heuristiken können Entscheidungen beschleunigen, müssen jedoch bewusst eingesetzt und kritisch reflektiert werden.
Experimente als Führungsinstrument nutzen
In komplexen Situationen lässt sich die richtige Vorgehensweise häufig nicht vollständig im Voraus planen. Kleine, kontrollierbare Experimente ermöglichen es, Annahmen zu überprüfen, Rückmeldungen aus dem System zu erhalten und auf dieser Grundlage nächste Schritte festzulegen. Das Experiment als Führungsinstrument ersetzt dabei nicht die Verantwortung für Entscheidungen. Es schafft einen strukturierten Rahmen, in dem Erkenntnisse gewonnen werden können, ohne frühzeitig umfangreiche Ressourcen auf eine einzige Lösung auszurichten.
Iteratives Arbeiten nach dem Prinzip „Probe – Sense – Respond“ verbindet Handeln, Beobachten und Reagieren. Lernräume machen es möglich, neue Ansätze zu erproben und Erfahrungen systematisch auszuwerten. Der Eco-Cycle verdeutlicht ergänzend, wie Organisationen und Teams eine Balance zwischen Stabilität und Erneuerung entwickeln können.
Selbststeuerung und kollektive Intelligenz ermöglichen
Komplexität kann nicht allein durch stärkere Kontrolle bewältigt werden. Führungskräfte stehen deshalb im Spannungsfeld zwischen Steuern und Loslassen. Selbstorganisation bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben oder Teams sich selbst zu überlassen. Sie benötigt klare Rahmenbedingungen, Transparenz, Vertrauen und funktionierende Feedbackprozesse.
Wer unterschiedliche Perspektiven einbezieht und kollektive Intelligenz gezielt nutzt, erweitert die Grundlage für tragfähige Entscheidungen. Gleichzeitig bleibt die individuelle Selbststeuerung der Führungskraft entscheidend. Prioritäten setzen, die eigene Belastung regulieren und auch unter Druck reflektiert handeln zu können, trägt dazu bei, Ruhe und Stabilität auszustrahlen. So entwickelt sich Führung von der Suche nach vollständiger Kontrolle hin zur bewussten Gestaltung eines Umfelds, in dem Orientierung, Lernen und wirksames Handeln möglich bleiben.
Forum-Vorteilspreis
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