Verhandeln für Frauen im Einkauf
Ihr Nutzen
In diesem Seminar stärken Sie Ihren persönlichen Verhandlungsstil und gewinnen mehr Sicherheit für anspruchsvolle Verhandlungssituationen im Einkauf.
- Sie lernen, Verhandlungen strukturiert vorzubereiten, Interessen und Handlungsspielräume zu erkennen und Gespräche zielorientiert zu führen.
- Sie reflektieren Ihre eigene Verhandlungspersönlichkeit, erkennen typische Verhaltensmuster und lernen, unterschiedliche Verhandlungspartner besser einzuschätzen.
- Sie setzen sich mit geschlechtsspezifischen Dynamiken auseinander und lernen, Ihre Interessen und Forderungen selbstbewusst zu vertreten.
- Sie erkennen unfaire Verhandlungstaktiken, Provokationen und Machtspiele und entwickeln konkrete Möglichkeiten, souverän zu reagieren und Grenzen zu setzen.
- In einem geschützten Raum probieren Sie neue Verhaltensweisen aus, dürfen Fehler machen, erhalten wertvolles Feedback und entwickeln so mehr Sicherheit und Verhandlungsroutine.
Termine
Verhandeln für Frauen im Einkauf
Verhandeln für Frauen im Einkauf
Seminarinhalt
Verhandlungen professionell vorbereiten, führen und abschließen
- Erfolgreiche Verhandlungen beginnen vor dem Gespräch – Ziele, Interessen, Alternativen und Spielräume definieren
- Einkauf trifft Vertrieb – unterschiedliche Interessen, Rollen und Verhandlungsmacht verstehen
- Die richtigen Fragen stellen – Interessen, Motive und Handlungsspielräume des Gegenübers erkennen
- Vom Gespräch zum verbindlichen Ergebnis – Vereinbarungen sichern und Verhandlungen professionell abschließen
- Aus Verhandlungen lernen – Ergebnisse reflektieren und persönliche Learnings ableiten
Verhandlungspersönlichkeiten verstehen – eigene Stärken nutzen und andere gezielt einschätzen
- Persönlichkeitstypen nach dem DISG-Modell – das eigene Verhandlungsverhalten besser verstehen
- Das Gegenüber einschätzen – unterschiedliche Persönlichkeitstypen erkennen und wirkungsvoll ansprechen
- Verhandlungsmuster unter Druck – wie unterschiedliche Persönlichkeitstypen auf Konflikt, Widerstand und Druck reagieren
- Eigene Stärken und Ressourcen aktivieren – mit Empowerment zu mehr Klarheit und Selbstsicherheit
- Zwischen Anpassung und Durchsetzung – den eigenen Verhandlungsstil authentisch vertreten
Frauen und Männer am Verhandlungstisch – Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Erfolgsfaktoren
- Verhandeln Frauen tatsächlich anders als Männer? – Forschung, Fakten und Mythen
- Gleiche Verhaltensweisen, unterschiedliche Wirkung? – Wahrnehmung und Bewertung von Durchsetzungsstärke
- Empathie und Beziehungsorientierung als Stärke nutzen – ohne ins People Pleasing zu geraten
- Forderungen selbstbewusst stellen – Interessen und eigene Leistungen klar vertreten
- Macht, Status und Hierarchie – geschlechtsspezifische Dynamiken erkennen und souverän damit umgehen
Souverän bleiben, wenn es unfair wird – Verhandlungstaktiken erkennen und gezielt kontern
- Konflikte neu bewerten – unterschiedliche Interessen und Widerstand als Teil der Verhandlung akzeptieren
- Unfaire Verhandlungstaktiken erkennen – Druck, Manipulation und Machtspiele frühzeitig durchschauen
- Schlagfertig ohne Gegenschlag – auf Provokationen, persönliche Angriffe und „fiese Sprüche“ souverän reagieren
- Grenzen setzen und Haltung zeigen – wann ansprechen, unterbrechen oder die Verhandlung verlassen?
- Unter Druck handlungsfähig bleiben – Zeit gewinnen, Gesprächsführung zurückholen und bewusst reagieren
Verhandeln in der Praxis – ausprobieren, reflektieren und Verhandlungsroutine aufbauen
- Perspektivwechsel erleben – unterschiedliche Rollen und Verhandlungspositionen einnehmen
- Beobachten und reflektieren – eigenes Verhalten und die Wirkung auf das Gegenüber analysieren
- Feedback nutzen – Handlungsalternativen entwickeln und neue Verhaltensweisen ausprobieren
- Vom Wissen zur Routine – erlernte Methoden und Strategien zunehmend sicher anwenden
Wichtig für
- die viel verhandeln und oft in komplexen Gesprächssituationen stehen,
- die ihre Verhandlungsskills verbessern und
- geschlechtsspezifische Herausforderungen in Verhandlungssituationen gut bewältigen wollen.
Ihre Referent:innen
Klar auftreten, souverän reagieren: Verhandeln als Frau in anspruchsvollen Situationen
Verhandlungen finden nicht in einem neutralen Raum statt. Neben Fakten, Interessen und wirtschaftlichen Zielen beeinflussen auch Erwartungen, Rollenbilder, Status, Hierarchien und die Wahrnehmung des persönlichen Auftretens den Verlauf eines Gesprächs. Gerade Frauen erleben dabei mitunter eine besondere Herausforderung: Verhalten, das bei einem Mann als entschlossen oder durchsetzungsstark wahrgenommen wird, kann bei einer Frau anders bewertet werden.
Ein Aspekt dieses Seminars rückt diese Dynamiken bewusst in den Mittelpunkt. Frauen aus Einkauf, Supply Management und anderen verhandlungsintensiven Bereichen setzen sich damit auseinander, wie sie ihre Interessen selbstbewusst vertreten können, ohne einen Stil übernehmen zu müssen, der nicht zu ihnen passt. Gleichzeitig entwickeln sie konkrete Möglichkeiten, um bei Druck, Widerstand, Provokationen oder unfairen Taktiken souverän und handlungsfähig zu bleiben.
Verhandeln Frauen tatsächlich anders?
Rund um das Verhandlungsverhalten von Frauen und Männern existieren zahlreiche Annahmen. Manche davon beruhen auf beobachtbaren Tendenzen, andere sind vor allem von Stereotypen geprägt. Für die eigene Verhandlungspraxis ist es entscheidend, diese Ebenen voneinander unterscheiden zu können.
Das Seminar setzt sich deshalb mit Forschung, Fakten und verbreiteten Mythen rund um geschlechtsspezifisches Verhandlungsverhalten auseinander. Dabei geht es nicht darum, Frauen oder Männern bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Vielmehr wird sichtbar, wie gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen die Wahrnehmung von Verhalten beeinflussen können.
Wenn dasselbe Verhalten unterschiedlich bewertet wird
Durchsetzungsstärke, Klarheit und Konsequenz gehören zu wichtigen Kompetenzen in Verhandlungen. Dennoch werden sie nicht bei jeder Person gleich wahrgenommen. Gerade für Frauen kann daraus ein Spannungsfeld entstehen: Einerseits sollen sie ihre Position deutlich vertreten, andererseits können sehr direkte Forderungen oder klare Grenzen anders bewertet werden als bei männlichen Verhandlungspartnern.
Im Seminar reflektieren die Teilnehmerinnen diese Unterschiede und setzen sich damit auseinander, wie sie ihren eigenen Stil bewusst gestalten können. Ziel ist nicht, sich möglichst geschickt an Erwartungen anderer anzupassen. Vielmehr geht es darum, die eigene Wirkung besser zu verstehen und dadurch mehr Entscheidungsfreiheit zu gewinnen.
Wer weiß, wie Verhalten möglicherweise wahrgenommen wird, kann Kommunikation gezielter steuern und gleichzeitig der eigenen Position treu bleiben. Genau darin liegt ein wesentlicher Schritt zu mehr Souveränität.
Empathie als Stärke nutzen, ohne die eigenen Interessen zu verlieren
Viele Frauen bringen ein hohes Maß an Empathie und Beziehungsorientierung in Gespräche ein. Diese Fähigkeiten können in Verhandlungen ein bedeutender Vorteil sein. Wer aufmerksam zuhört, Zwischentöne wahrnimmt und die Interessen der anderen Seite versteht, erkennt häufig Möglichkeiten, die bei einer rein positionsorientierten Gesprächsführung verborgen bleiben.
Problematisch wird Beziehungsorientierung erst dann, wenn der Wunsch nach Harmonie dazu führt, eigene Ziele zurückzustellen oder notwendige Forderungen nicht auszusprechen. Deshalb beschäftigt sich das Seminar mit der Frage, wie Empathie gezielt genutzt werden kann, ohne in übermäßige Anpassung oder People Pleasing zu geraten.
Die Teilnehmerinnen stärken ihre Fähigkeit, gleichzeitig verbindlich und klar zu sein. Sie lernen, Interessen und eigene Leistungen sichtbar zu machen und Forderungen selbstbewusst zu formulieren. Damit wird Empathie nicht zum Gegensatz von Durchsetzungsfähigkeit, sondern zu einem Teil eines differenzierten und wirkungsvollen Verhandlungsstils.
Macht, Status und Hierarchie bewusst wahrnehmen
Nicht jede Verhandlung findet auf Augenhöhe statt. Hierarchien, Status und wahrgenommene Macht beeinflussen, wie Positionen vertreten, Forderungen gestellt und Entscheidungen getroffen werden.
Das Seminar sensibilisiert für solche Machtkonstellationen und insbesondere dafür, wie sie mit geschlechtsspezifischen Erwartungen zusammenwirken können. Wer Dynamiken dieser Art erkennt, kann bewusster mit ihnen umgehen und verhindert eher, dass sie unbemerkt die eigene Gesprächsführung bestimmen.
Souveränität zeigt sich dabei nicht darin, Machtverhältnisse zu ignorieren. Sie zeigt sich darin, ihnen mit Klarheit zu begegnen, die eigene Rolle nicht kleiner zu machen als notwendig und trotz unterschiedlicher Positionen handlungsfähig zu bleiben.
Unfaire Taktiken früh erkennen und gezielt reagieren
Nicht jede Verhandlung verläuft sachlich. Druck, Manipulation, Machtspiele, Provokationen oder persönliche Angriffe können gezielt eingesetzt werden, um das Gegenüber aus dem Konzept zu bringen. Besonders herausfordernd sind solche Situationen dann, wenn eine Reaktion spontan erfolgen muss.
Das Seminar hilft dabei, unfaire Verhandlungstaktiken frühzeitig zu erkennen und nicht automatisch auf sie einzusteigen. Denn wer eine Taktik als solche erkennt, gewinnt einen entscheidenden Moment zurück: die Möglichkeit, bewusst zu reagieren, anstatt reflexartig zu handeln.
Schlagfertig sein, ohne selbst anzugreifen
Persönliche Spitzen oder „fiese Sprüche“ können eine Verhandlung innerhalb weniger Sekunden auf eine emotionale Ebene ziehen. Der erste Impuls ist häufig, entweder sofort zurückzuschlagen oder den Angriff zu übergehen. Beides ist nicht in jeder Situation zielführend.
Im Seminar beschäftigen sich die Teilnehmerinnen deshalb mit Formen der Schlagfertigkeit, die ohne Gegenschlag auskommen. Souveräne Reaktionen müssen nicht laut oder aggressiv sein. Häufig ist eine klare, ruhige Antwort wirkungsvoller, weil sie signalisiert, dass eine Grenze erkannt wurde und das Gespräch dennoch bewusst geführt wird.
Damit wächst die Fähigkeit, auch bei Provokationen die eigene Haltung zu bewahren und das eigentliche Verhandlungsziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Grenzen setzen und Haltung zeigen
Souveräne Verhandlungsführung bedeutet auch, zu erkennen, wann eine Grenze erreicht ist. Nicht jedes Verhalten muss akzeptiert und nicht jede Gesprächssituation um jeden Preis fortgesetzt werden.
Die Teilnehmerinnen reflektieren deshalb, wann es sinnvoll ist, problematisches Verhalten anzusprechen, eine Situation zu unterbrechen oder im äußersten Fall eine Verhandlung zu verlassen. Eine Grenze klar zu setzen ist dabei kein Scheitern der Gesprächsführung. Sie kann vielmehr Ausdruck einer eindeutigen professionellen Haltung sein.
Gerade unter Druck hilft es, Möglichkeiten zu kennen, mit denen Zeit gewonnen und die eigene Handlungsfähigkeit zurückgewonnen werden kann. Aus einem spontanen Reagieren wird so eine bewusste Entscheidung.
Ausprobieren, reflektieren und Sicherheit gewinnen
Verhandlungskompetenz entsteht nicht allein durch Wissen. Erst in der Anwendung zeigt sich, wie eine Methode zur eigenen Persönlichkeit und zur konkreten Situation passt. Deshalb spielt die praktische Auseinandersetzung in diesem Seminarteil eine wesentliche Rolle.
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